Geschichte Teil 2

Teil 2

Am nächsten Tag es war ein wunderschöner Sonntagmorgen, ging mein Vater wie immer seine Zeitung holen um sie am Frühstückstisch, den meine Mutter in der Zwischenzeit immer deckte, zu lesen. Wie gesagt, es war ein sehr schöner Tag. Als mein Vater zurückkam, war schon alles fertig, es schnupperte nach frischem Kaffee und nach den Brötchen, die meine Mutter vom Vortag immer noch einmal aufbackte. Als wir so da saßen, sagte mein Vater zu meiner Mutter, ob Sie nicht mal das Fenster aufmachen wolle, wo doch so ein schöner Sonnenschein draußen ist. Meine Mutter brabbelte, dass er ja auch keinen sitzen sehen könnte, und stand aber auf und öffnete das Küchenfenster. Mein Vater schlug gerade sein Frühstücksei auf, als plötzlich mitten auf dem Frühstückstisch unser Max landete und meinem Vater prompt ein Stückchen Eigelb vom Löffel klaute. Mein Vater fand keine Worte, grinste nur und meinte dann, dass er wohl nur Hunger hatte und garantiert, wenn er satt ist, wieder wegfliegt. Damit irrte er aber gewaltig, denn unser Max dachte gar nicht daran wegzufliegen, ganz im Gegenteil er wurde immer frecher. Wenn meine Mutter mal das Fenster auf Anordnung meines Vaters zumachte, da Max gerade wieder einmal seinen Rundflug über die Dächer machte. (Mein Vater gab es nämlich nicht auf, erdachte, wenn das Fenster zu ist, fliegt er wieder weg) wenn er dann wieder zurückkam und nicht rein konnte, machte Max einen Zwergenaufstand auf dem Fensterbrett. Mein Vater gab dann doch nach und sagte: „Na gut, dann lass ihn wieder rein." Dann kam der Winter und wir haben uns entschlossen, dass Max den Winter über in der Küche bleiben durfte. Mein Vater baute einen Ast, wo Max sitzen und schlafen konnte, meine Mutter und ich sind dann Vogelfutter kaufen gegangen.

* * *

Episode 5wir hatten damals nur eine kleine Einzimmerwohnung, wobei sich die Toilette eine halbe Treppe tiefer befand, die wir uns auch noch mit einem anderen Mieter teilen mussten. So war es, das wir auch kein Badezimmer hatten und wir uns grundsätzlich in der Küche gewaschen haben. Wenn mein Vater abends von der Arbeit kam, hat er sich eine Schüssel mit Wasser gefüllt und sich erst einmal gewaschen. Eines Tages, mein Vater stand nackt in der Küche und wollte sich gerade anfangen zu waschen, bemerkte er Max, der nichts Besseres zutun hatte, als auf den Rand der Waschschüssel zu fliegen, um zu kucken, was er da wohl macht. Mein Vater schrie er nach meiner Mutter und sagte: „Ich fühle mich beobachtet, der blöde Vogel kuckt genau zu, was ich hier mache.“ Darauf hin wurde am nächsten Tag ein Vogelkäfig gekauft und Max musste immer, wenn mein Vater sich wusch in den Käfig und es wurde die Gardine in der Küche zugezogen und Max stand dahinter. So blieb es dann bis zum Frühjahr. Max hatte sich inzwischen daran gewöhnt, dass er ab und zu im Käfig war. Doch dann eines Tages fing Max an ganz laut zu pfeifen, sagen wir mal mehr zu kreischen, so das die Leute im Haus uns schon fragten, warum der Vogel denn so schreit. Es wurde von Tag zu Tag schlimmer und meine Mutter war schon am Verzweifeln, was sie machen sollte. Sie entschloss sich eines Tages in eine Zoohandlung zu gehen und fragte, was es für eine Ursache haben könnte, warum der Vogel so schreit. Der Verkäufer meinte, dass der Vogel wahrscheinlich nach einem Weibchen ruft. Nun denn, wo sollten wir nun ein Grünfinkenweibchen her bekommen, wo jetzt doch der Max gar nicht mehr rausfliegen wollte. Der Verkäufer meinte, dass vielleicht ein Kanarienvogelweibchen auch geeignet wäre. Na das mussten wir erst einmal dem Vater erklären. Der war doch schon gegen einen Vogel und nun auch noch einen Zweiten, das konnte nicht gut gehen. Auch mein Vater fühlte sich von Max seiner Schreierei gestört, da Max auch immer lauter wurde. Als mein Vater von den Leuten im Hause angesprochen wurde, sagte er endlich: „Na gut, kauft ein Weibchen, dann will ich aber meine Ruhe haben." Am nächsten Tag dann kaufte meine Mutter und ich eine Kanariendame richtig schön gelb und fuhren dann ganz stolz nach Hause.

* * *
 
 
weiter lesen