Javari

Javari

Als wir den kleinen Javari damals nach Hause geholt haben, konnten wir schon seinen Stimmenprotest im Auto genießen. Da kam nicht etwa ein "Miau" nein, das war ein ganz klares "Wäääääh". Im Esten Moment hätte man glauben können wir haben ein Baby on Bord. So wie auch schon unter dem "wie alles begann zu lesen" ist. Zu Hause angekommen fühlte er sich sofort wohl und fing auch gleich an alles zu erforschen. Aber sowie ich mich hingesetzt habe, kam er und musste sofort auf den Schoß um sich überall kraulen zu lassen, da war dann auch fortan sein Lieblingsplatz. Wir hatten dann jeden Tag eine sogenannte "Spielstunde". Da war Versteck spielen und fangen im Programm, auch ringen und kämpfen wurde trainiert, wobei er immer nur ganz zart war und nie ernsthaft zubiss um mich nicht zu verletzten. Überhaupt gefiel im alles, es gab nichts, wogegen er protestierte. Er fand es toll gekämmt zu werden, er ließ sich gerne waschen und war bei allem happy, Hauptsache es wurde an ihm herumgewurschtelt.
Siam sind ja auch dafür bekannt leinengängig zu sein. Javari war damals knapp 6 Monate und da haben wir es probiert, wie er sich denn auf der Wiese fühlte. Er bekam ein schickes Katzengeschirr um und los ging es. Im Treppenhaus war es ihm nicht so ganz geheuer, er war zwar schon ein paar Mal alleine vor die Tür gegangen, wenn ich mal kurz draußen war, aber das hier war schon etwas anderes. Das mit der Wiese war schon komisch, die Grashalme kitzelten am Bauch und er machte richtige kleine Sprünge. Ein paar Kinder, die auf der Wiese spielten, kamen und meinten das sie so eine Katze noch nie gesehen hätten. Wir liefen noch ein bisschen herum und gingen dann über den Parkplatz zurrück ins Haus. Als wir den Weg zurückgingen, merkte ich, dass Javari sich an den Weg erinnern, konnte (obwohl er das erste Mal den Weg gegangen ist) denn er zog mit einmal und rannte förmlich ins Haus. Für heute war das erstmal genug Input. Wieder oben bekam er erstmal ein Leckerli und Abertausende von Streicheleinheiten. Den nächsten Tag probierten wir es wieder und langsam wurde er immer aufgeschlossener und fing an sich langsam für das Umfeld zu interessieren. Eines Tages, wir gingen gerade wieder spazieren und waren auf dem Parkplatz, als mein Mann von Arbeit nach Hause kam. Javari sah das Auto, dass er schon sooft von oben gesehen, wenn er aus dem Fenster gekuckt hat und irgendwie erkannte er es und lief ganz ruhig hin als mein Mann die Tür öffnete sprang er auch gleich hinein. Er sprang dann bei ihm auf den Schoß und holte sich seine Streicheleinheiten ab. Das hat mich schon ein bisschen verwundert, dass er nicht vor dem Motorgeräusch Angst hatte. Wir gingen dann gemeinsam nach oben und Javari hatte wieder einen interessanten Tag erlebt. So gingen wir jeden Tag ein bisschen runter und vergrößerten langsam unsere Spaziergänge.
Dann kam der Winter und wir hatten Schnee. Javari ging wie auf Zehenspitzen und konnte die Pfoten gar nicht hoch genug heben, kurzum es gefiel ihm überhaupt nicht, er schaute sich kurz um und steckte sein Gesicht in den Schnee und zog nach kurzer Zeit Richtung Haus und wollte wieder nach oben. Die nächsten Tage verbesserte sich das Wetter nicht, als ob er es vom Fenster aus gesehen hat, das da noch Schnee liegt, so wie ich sein Geschirr nahm, machte er schon ein Gesicht, als ob „ich will, nicht raus"! Die Probe bewies ich habe sein Gesichtsausdruck richtig verstanden, denn als ich mit ihm auf den Arm das Treppenhaus betrat, musste er seinen Protest lautstark verkünden. Das war es also für dieses Jahr mit dem rausgehen, wir ließen es erstmal bleiben.
Weihnachten kam und wir dachten, dass es wohl besser wäre, wenn wir einen künstlichen Baum aufstellen, (wegen eventueller Gefahrenzone, und falls er auf den Baum springen würde) wir wussten ja nicht, wie Javari reagiert. Der Baum wurde geschmückt und Javari immer dabei die Kugeln wurden mit der Pfote hin und her gekullert und alles wurde untersucht. Als der Baum dann fertig geschmückt war, war komischerweise der Baum überhaupt nicht mehr interessant für ihn. Nun hatten wir einen künstlichen Baum, den ich nie wollte und der Kater ignorierte ihn einfach ... tz tz tz. Als es im nächsten Jahr wieder wärmer wurde (Javari war nun fast 1 Jahr alt), probierten wir es wieder mit dem Spaziergang. Aber denkste, da war nix mehr mit runter gehen, schon nach einer halben Etage blökte er das ganze Haus zusammen und das war richtig laut. I ch glaube alle Siambesitzer wissen, von was ich rede. Tja, das war´s dann, Javari wollte nicht mehr runter und spazieren gehen. Warum auch immer er wollte, nicht mehr in das Treppenhaus. Allerdings war das natürlich so einige male nötig, z. B. zum Tierarzt. Da hatte dann das ganze Haus was davon, denn Javari saß dann in seiner Transportbox und gab seinem Unmut und Protest lautstark bekannt, sodass jeder im Haus wusste, Javari war unterwegs. So blieb es dann auch und änderte sich nicht mehr. Im Urlaub versorgte dann unser Sohn den Kater.
Wir fuhren nach Griechenland und da sahen wir, als wir eine Spazierfahrt machten, kleine Siamkatzen (choclatepoint) in einem sogenannten Zooladen. Oh wie schlimm, die Katzen wurden in einem Käfig gehalten, der wie ein Vogelkäfig ausgesehen hatte. Am liebsten hätten wir sie alle mitgenommen, das ging natürlich nicht, jedenfalls nicht alle. Wir fuhren zurück in unsere Unterkunft und überlegten, was wir nur machen könnten. Ich konnte kaum schlafen, weil ich immer an die Katzen gedacht habe. Den nächsten Tag war alles klar, wir fuhren wieder hin und kauften eine Katze für umgerechnet 80.-DM, wobei der Verkäufer eigentlich das doppelte haben wollte. Wir haben ihm gesagt, dass diese Tierhaltung Quälerei wäre und wir was unternehmen wollen, das gab ihm wohl zu denken und er war froh, als wir gingen. Wir fuhren sofort zum Veterinär und ließen die Katze (wir nannten sie Zorbas) untersuchen und sagten Bescheid, unter welchen Umständen die Katzen bei dem Händler gehalten werden. Das interessierte den Veterinär herzlich wenig, sei so üblich hieß es. Die Untersuchung fiel auch sehr eigenartig aus, denn er wollte die Katze gar nicht anfassen, für die Impfung benutzte er nur eine Hand, um nur nicht die Katze zu berühren. Wir zahlten und verließen kopfschüttelnd den Raum. Ich ging erstmal in die nächste Apotheke und kauft was gegen Ohrmilben, die man schon mit bloßem Auge sehen konnte und was gegen Flöhe die auch On Board waren. Unser Vermieter hatte glücklicherweise nichts dagegen und wir hatten keine Probleme und konnten die Katze im Zimmer halten. Bei der Rückreise erledigten wir alle Formalitäten und haben Zorbas mit auf die Fähre nehmen können (wobei ich denke, dass das keinem interessiert hat). Die Autofahrt von Ancona nach Berlin lief auch gut ab. Wir hatten ein kleines Katzenklo hinten vor dem Rücksitz auf den Boden gestellt und haben dann zwischendurch wenn wir Pause gemacht haben Zorbas aus ihrem Körbchen gelassen und sie ist dann auch auf Toilette gegangen.
Als wir nach Hause kamen und die Tür aufschlossen, es war morgens 6 Uhr unser Sohn ist gerade zur Arbeit gefahren, kam uns gleich Javari entgegen. Man merkte sofort das er sich freute und erst gar nicht mitbekommen hat das in dem Korb, den wir auf den Boden gestellt hatten eine Katze saß. Mit einem Mal merkte er wohl doch etwas und zeigte sich sehr interessiert an dem Körbchen. Da wir ja nicht wussten, wie er reagieren würde, waren wir erstmal vorsichtig und ließen Zorbas noch ein bisschen im Korb, damit er sie beschnuppern konnte. Nach einer kleinen Weile öffneten wir den Korb und schwubs war Javari drin. Eigentlich war der Korb viel zu klein für zwei und ich zog Javari rücklings aus dem Korb damit Zorbas eventuell auch raus könnte. Es war sofort Liebe auf den ersten Blick, Javari bemutterte Zorbas förmlich und begann sie erstmal zu waschen, da Zorbas das alles genüsslich über sich ergehen lies, war somit die Freundschaft besiegelt. Wir gingen noch am selben Nachmittag zum Tierarzt und ließen sie untersuchen und sie bekam noch eine Spritze zur Stärkung. Die andere Spritze gegen Katzenseuche sollte sie dann eine Woche später bekommen, da die 4 Wochen nach der ersten Spritze noch nicht vorbei waren. Zuhause lief alles bestens, sie verstanden sich Super und Javari war froh einen Spielkameraden zu haben. Abends dann, wenn ich von Arbeit kam und mich gemütlich auf die Couch legte, hatte ich dann 2 Katzen auf dem Schoß. Nach einer Woche gingen wir nun und holten die 2. Spritze ab, irgendwie verlief der Tierarztbesuch nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Der Arzt meinte er würde noch vorsichtshalber etwas gegen Milben ins Ohr machen, obwohl keine da waren, zur Vorbeugung sagte er. Er gab was ins Ohr und das Theater begann, Zorbas schüttelte wie verrückt die Ohren, sprang auf und konnte sich gar nicht mehr einkriegen. Ich versuchte sie zu beruhigen, aber sie schüttelte und schüttelte den Kopf wie dolle. (In Griechenland hatte ich ihr auch was gegen Ohrmilben gegeben und das hat sie sich gefallen lassen und war nicht so aufgebracht wie jetzt). Das ganze Gesicht war nun mit der Flüssigkeit aus dem Ohr bedeckt, es war in den Augen und auch im Mäulchen und sie bekam einen Brechreiz. Als ich den Arzt ganz entsetzt ansah, meinte er nur: „Das geht schon wieder, die beruhigt sich schon! „Ich nahm Zorbas in den Arm und lies mir ein Tuch geben, damit ich ihr das Gesicht säubern konnte. Mit großem Unmut sind wir dann nach Hause gefahren. Zuhause angekommen, Zorbas schüttelte immer noch ihre Ohren und kneistete mit den Augen. Ich war stinksauer auf den Tierarzt und sagte zu meinem Mann, dass wenn es nicht besser wird, morgen wieder hingehe.

Den nächsten Tag, ich habe mich total erschrocken, Zorbas Augen waren nicht mehr blau, sondern dunkelbraun bis rot. Javari bemutterte Zorbas rund um die Uhr und irgendwie schien er besorgt zu sein, denn er beobachtete Zorbas ständig. Als wir bei dem Tierarzt ankamen, war keiner da und auf einem Plakat stand, dass am Nachmittag erst wieder die Praxis offen ist. Am Nachmittag dann standen wir wieder vor der Tür. Nachdem wir geklingelt hatten, kam dann eine junge Frau und sagte sie wäre die neue Ärztin, der ander Doktor kommt nicht mehr und habe die Praxis an sie übergeben. Sehr erstaunt erzählten und zeigten wir ihr die Augen und das mit dem Mittel in den Ohren. Zorbas machte auch sonst einen nicht gerade glücklichen Eindruck. Sie fraß auch nicht mehr so gut, als ob sie keinen Appetit hatte. Sie untersuchte sie und konnte sich das mit der Augenfarbe auch nicht erklären. Sie reinigte mit einem Wattestab die Ohren von den Rest der Flüssigkeit und stellte fest, das durch die ganze Schüttelei die Ohrenspitzen ganz rot waren. Wir verblieben so, dass wir, wenn es nicht besser wird, wieder vorbei kommen. Es wurde aber nicht besser und wir standen den nächsten Tag wieder beim Tierarzt und Zorbas ging es immer schlechter. Sie nahm Zorbas Blut ab und gab es ins Labor und das Ergebnis sollte es dann den nächsten Tagen am Nachmittag geben. Nachmittags rief ich dann an und sagte ihr das es Zorbas immer schlechter ginge und ich das Gefühl habe sie bekommt nicht richtig Luft. Sie meinte das Ergebnis sei auch da und wir sollten besser mal mit beiden Katzen vorbei kommen. Das Ergebnis war niederschmetternd, bei Zorbas wurde FIP festgestellt. Bei Javari wurde dann auch Blut abgenommen und eingeschickt ich möchte das jetzt nicht alles so ausmalen es war schrecklich. Zorbas musste eingeschläfert werde, da sie Wasser im Bauchraum hatte und nicht mehr richtig atmen konnte. Die Untersuchung ergab, Javari hatte auch FIP und einen ziemlich hohen Titer. Für uns brach eine Welt zusammen. Katzen können Fip haben, müssen aber nicht daran erkranken Stress kann unteranderen auch der Auslöser für die Krankheit sein. Bei Zorbas war es wahrscheinlich die falsche Behandlung des plötzlich verschwundenen Tierarztes. Nachdem Zorbas weg war, ging es auch Javari immer schlechter, er vermisste Zorbas gesagt getan, wir waren von dem Tag an nur noch mit Javari bim Arzt und überlegten, was wir tun könnten. Er litt ja nun auch an der Trennung und wollte nicht alleine sein. Da kam die Idee, wenn man ein gesundes starkes Kätzchen für Javari finden könnte, würde das vielleicht helfen. Wir riefen die Züchterin an, wo wir Javari herhatten und erzählten ihr die ganze Geschichte. Sie war total entsetz, dass jetzt auch Javari Fip hat. Wir sagten, dass die Ärztin meinte, es könnte Javari helfen, wenn er wieder einen Partner hätte. Nach einigem hin- und her sagte sie dann zu und wir bekamen von ihr unseren.

 

MUBEL und das ist eine neue Geschichte!!!

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