Bauernhof

Titel Vorlesebuch

Hier zu sehen sind die Kinder aus meinem Buch  "Auf dem Bauernhof" . Gezeichnet habe ich sie einfach nur mit Fineliner und ausgemalt mit BauernhofBuntstiften bzw. auch mit Fineliner. Zu sehen sind Klara, Max und Johanna. Eine Geschichte mit Kindern aus der Stadt, die Ihre Ferien auf einen Bauernhof verbringen dürfen, sich dabei kennenlernen und richtig dicke Freunde werden.  Kleine Gute Nacht Geschichte.

 

Hier eine kleine Leseprobe.....

 

Auf dem Bauernhof

Johanna freute sich schon riesig auf die Ferien, wollten sie doch diesmal auf den Bauernhof fahren. Im letzten Jahr war sie schon einmal da, aber nur kurz. Die eine Woche, die sie dort zu Besuch war, haben ihr so gefallen, dass sie sich wünschte, noch länger bleiben zu dürfen, aber die Ferien waren vorbei und sie musste ja wieder in die Schule. Da sie nicht wussten, ob es Johanna gefallen würde, haben ihre Eltern sie nur für eine Woche (die letzte Ferienwoche) angemeldet. Die Mutter hatte ihr versprochen, dass sie im nächsten Jahr die ganzen Ferien über auf dem Bauernhof bleiben dürfte, wenn es der Bäuerin recht ist.
Die letzten Schultage kamen Johanna furchtbar lange vor, und als es dann soweit war, konnte sie vor lauter Aufregung kaum schlafen und war natürlich am nächsten Morgen noch sehr müde, als sie aufstehen musste. Die Lehrerin sah zwar, dass die meisten unkonzentriert waren, drückte aber ein Auge zu und lächelte den Schülern zu. Am letzten Schultag wollte sie auch keinen mehr bestrafen. Nur noch eine Stunde dachte Johanna und dann ist Schluss. Als die Schulglocke ertönte, riss es die meisten von den Stühlen und sie rannten aus der Klasse, sodass sie das Rufen der Lehrerin und das sie den Kindern viel Spaß in den Ferien wünschte, gar nicht mehr hörten.
Johanna verabschiedete sich noch von einigen Schulkameradinnen, da sie sich ja nun eine Weile nicht sehen würden. Viele ihrer Freundinnen beneideten Johanna, dass sie so lange auf einen Bauernhof sein dürfte und das ganz ohne ihre Eltern. Viele fuhren mit ihren Eltern in den Urlaub, wo sie sich fast immer nach den Erwachsenen richten mussten und sich langweilten. Die Eltern von Johanna sagten immer, dass sie so was unverantwortlich finden würden und dass die Kinder auch ihren Spaß haben müssten. Aber na ja, es gab halt Eltern mit denen konnte man nicht reden. Hatten sie doch versucht, dass Johannas Freundin Marie mit auf den Bauernhof kommen durfte, aber ihre Eltern waren dagegen. „Bauernhof“, sagten sie abfällig, Nein das ist nichts für unsere Tochter, dabei wäre Marie gerne mitgekommen, hatte sich aber nicht getraut etwas zu sagen. Sie fuhr immer mit ihren Eltern mit ans Meer und durfte dann auch nicht mit anderen fremden Kindern spielen. Auch kauften die Eltern immer das Neueste und Marie musste aufpassen, dass sie sich nicht schmutzig macht. Da war Johanna ganz anders, sie kletterte gerne mal auf einen Baum, oder legte sich auf die Wiese, da waren so manches Mal ihre Sachen nicht mehr sauber. Aber das alles störte Johannas Eltern nicht, kann man doch wieder waschen, sagten sie, wozu gibt es den eine Waschmaschine.
Im letzten Jahr hatte Johanna einen Jungen auf dem Bauernhof kennengelernt er war erst acht Jahre alt, also zwei Jahre jünger als Johanna. Er hieß Max und kannte die tollsten Verstecke. Hatten sie sich doch einmal auf dem Heuboden hinter einen großen Heuballen versteckt, der Bauer hat zwei Mal nach ihnen gesucht, sie aber nicht gefunden. Erst als der Bauer wieder weg war. Kamen die Kinder aus ihrem Versteck und haben nicht verraten, wo sie waren. Der Max war auch so richtig klug, obwohl er erst acht war, dass sie sich manchmal wunderte, woher er das weiß. Die Eltern von Johanna hatten noch jede Menge zu erledigen, wollten noch ein paar Dinge besorgen und hatten für Johanna extra Latzhosen aus Jeansstoff besorgt, damit sie eine Hose hatte, die auch nicht so schnell kaputt geht. Die musste allerdings bestellt werden, weil sie in der Größe von Johanna nicht da war. Heute konnten sie die Hose abholen, da die Beine etwas gekürzt werden mussten. Johannas Mutter konnte zwar nähen, aber hatte keine Nähmaschine, und weil es schöner mit der Maschine aus sah, hatte sie die Hose einer Freundin gegeben und die hat dann die Hose mit der Maschine umgenäht.
Johanna war inzwischen schon zu Hause, sie hatte einen eigenen Schlüssel, damit sie, wenn sie aus der Schule kam und ihre Mutter noch nicht da war, rein konnte. Meistens war die Mutter schon da, aber es kam auch schon vor, dass sie auf Arbeit noch etwas erledigen sollte und es dann etwas später wurde. Der Vater kam immer erst zum Abendbrot und wollte dann wissen, was sein kleines Mädchen denn so gemacht hat, Johanna erzählte dann immer ganz aufgeregt, was sie den ganzen Tag so erlebt hatte.
Als Erstes schaute Johanna noch mal nach, ob sie auch wirklich alles eingepackt hatte, nicht das nachher noch, was Wichtiges vergessen Bauernhofwurde. Ihre Lieblingspuppe und das kleine Puppenbett durfte sie mitnehmen und ein kleines Eisenauto für Max hatte sie ganz nach unten, zuerst in den Koffer gepackt, damit sie es gar nicht vergisst. Das Puppenbett passte in eine kleine Tüte, die sie dann in ihren Rucksack steckte. Viele Sachen zum Anziehen brauchte sie nicht mitnehmen, sagte doch die Bäuerin, dass wenn was schmutzig ist, sie es mit in die Waschmaschine stecken würde. So hatte Johanna nur einen Koffer und ihren Rucksack.

Als sie hörte, dass ihre Eltern kamen, rannte Johanna ihnen schon entgegen und fragte, wann fahren wir denn los? Immer langsam Fräulein, sagte der Vater, erst mal wird noch eine Kleinigkeit gegessen und dann fahren wir. Johanna klatschte vor Freude in die Hände und umarmte erst ihren Vater, dann ihre Mutter. Ich freu mich so, ich freu mich so, sagte sie und konnte es kaum erwarten. Langsam essen, ermahnte die Mutter, wir haben noch genug Zeit.
Zum Bauernhof war es nicht weit, gerade mal zwei Stunden mit dem Auto, sie konnten über die Autobahn fahren und dann nur noch eine kleine Strecke Landstraße und schon war man da. Am längsten dauerte der kleine Feldweg zum Hof. Da das Auto von Johannas Eltern ziemlich flach war und der Bodenabstand sehr niedrig, mussten sie den holprigen Feldweg ganz langsam fahren, damit Vaters Auto nicht mit dem Boden aufschlug. Bei jeder Bodenwelle murmelte Johannas Vater vor sich hin, hat Papa eben Mist gesagt, fragte Johanna? Die Mutter hielt sich den Finger vor dem Mund, lächelte und meinte Pssst! Vater muss sich konzentrieren. Johanna grinste verschmitzt, nickte und dachte sich ihr Teil.
Schon vom Weiten sah die Bäuerin das Auto kommen, schüttelte den Kopf und murmelte was von „neumodischen Autos“ damit kann man ja gar nicht richtig fahren. Als das Auto dann endlich die Einfahrt durchfuhr und der Vater mit hochrotem Kopf aus dem Auto stieg, meinte die Bäuerin nur, da lobe ich mir meinen Trecker.
Sie begrüßte die Familie herzlich und konnte sich bei dem Anblick des verstaubten Autos ein heimliches Grinsen nicht verkneifen. Ist halt kein Bauernfahrzeug murmelte der Vater und gab der etwas rundlichen Frau die Hand, Johanna begrüßte und umarmte sie und sagt, ich habe mich schon die ganze Zeit auf meine Ferien gefreut. Die Mutter drückte der Bäuerin die Hand und sagte, Johanna hat schon seit Wochen nur noch von ihren Ferien auf dem Bauernhof geredet. Die Bäuerin strahlte über das ganze Gesicht, kommt doch erst mal rein und trinkt etwas, ihr habt bestimmt Durst. Sie holte ein paar Gläser aus dem Schrank und schenkte jedem einen ordentlichen Schluck kühlen Saft ein. Der Vater holte noch schnell Johannas Sachen aus dem Kofferraum und stellte sie dann in den Flur. Sie sprachen noch kurz über Johannas Aufenthalt und die Bäuerin sagte, ich melde mich, falls irgendetwas sein sollte, ansonsten sehen wir uns in 6 Wochen. Die Mutter schaute Johanna an, wenn du was dringend brauchen solltest, sag der Bäuerin Bescheid, ok? Johanna nickte und umarmte ihre Eltern und sie verabschiedeten sich voneinander. Kannst uns ja mal einen Brief schreiben, wenn du Lust hast, meinte die Mutter. Bis an das Tor lief Johanna noch an der Seite vom Auto mit und schaute dann noch so lange hinterher, bis das Auto um die Ecke bog.
So, sagte die Bäuerin, jetzt zeige ich dir erst mal dein Zimmer und dann kannst du deine Sachen auspacken und in den Schrank einräumen. Wenn du fertig bist, kannst du dann zu mir in die Küche kommen, übrigens heiße Martha, du kannst ja Tante Martha zu mir sagen. Sie streichelte Johanna über den Kopf und machte die Tür auf, wo jetzt für die nächsten 6 Wochen Johannas Zimmer sein sollte. Sie stellte noch den Koffer von Johanna an den kleinen Schrank und ging dann in die Küche.
Als Johanna genauer hinsah, stellt sie fest, dass in dem Zimmer zwei Betten standen. Also war sie nicht alleine.........

 

 

Leseprobe Ende